Leveste

Das Levester Wappen zeigt links einen Kesselhaken, rechts einen roten Löwen. Der Rat der Gemeinde beschloss 1960, das Wappen des Freiherrn Knigge mit dem Ortwappen zu verbinden. Der Kesselhaken symbolisiert die bäuerliche Vergangenheit. - aus: wikipedia

Eine Zusammenfassung von Marlene Kühlechner, aus: www.leveste.de

 

Leveste gilt als eine der ältesten Siedlungen im Calenberger Land und liegt am einstigen Hellweg, der vom Rhein zur Elbe führte.

Der Ortsname Leueste (1225), Leuesthe (1229) wurde als "Siedlung bei der Grabhügel-Heide oder Waldgegend" gedeutet. ältere Flurkarten belegen, daß der Wald bis Mitte vorigen Jahrhunderts an Leveste heranreichte.

Leveste wurde durch eine mächtige Wasserburg geschützt - heute liegt dort das Knigge'sche Rittergut - und durch eine zweite Burg, die zwischen Leveste und Langreder stand. Diese gehörte der ausgestorbenen Familie von Loh, an die der Lohteich erinnert. Die Wasserburg wurde 1370 als Lehen an die Ritter Kniegen (Knigge) vergeben. Ab 1568 erhielt Jobst Knigge das Untergericht, das bis zur allgemeinen Aufhebung des "ungeschlossenen adligen Gerichts" (1850) galt. Die Levester Wasserburg war Anziehungspunkt und Herberge vieler kriegerischer Ritter. Die Bürger der hannoverschen Neustadt empfanden dies als Bedrohung. In einem 1425 zwischen Rat und Herzog Bernhard geschlossenen Vergleich wurde daher "von Leveste dasjenige abgebrochen, was gegen die Privilegien der Stadt verstieß". Das heißt: die alte Wasserburg wurde abgerissen und an ihrer Stelle ein Wasserschloß errichtet. Seitdem ist die bereits 1229 durch den Sacerdos de Leueste - dem Priester in Leveste - bezeugte St. Agathen-Kirche das älteste Bauwerk Levestes.

 

1903 - Schloss Leveste, Gasthaus von H. Blume, Kirche
1904 - Schloss Leveste, Gasthaus zur Linde (Friedr. Behnsen), Magnus Torquatus Denkmal
Das "Wasserschloss" Knigge
Partie am "Wasserschloss"
1906 - Gathaus zur Linde (Fr. Behnsen), Magnus-Torquatus Denkmal
Hier die Konfirmationsurkunde von Dorothee Wilhelmine Charlotte Schasse aus dem Jahr 1886, "confirmiert den 18. März 1883 in der Kirche zu Leveste". Handschriftlich dazu: "Bleibe ein Kind Gottes in Jesu Christo! Das ist der hezlichste Wunsch..."
1909 - Die Linie 10 vor dem Gasthaus zur Linde (Fr. Behnsen.).
Um 1910 sah die Mitte Levestes so aus: Die Karte zeigt das Pfarrhaus und die Schule um 1910.
1913 - Schloss, Gasthaus Friedrich Behnsen, Kirche
Leveste 1913
Gasthaus H. Blume
Schloss Knigge
um 1915 - Die St. Agathen-Kirche - Beschriftung Rückseite: Kirche in Leveste. Schon 1229 bestand hier ein Gotteshaus. Die Kirche, die der heiligen Agathe gewidmet war, wird 1363 zuerst erwähnt. Am Chor Grabgewölbe der Freiherren Knigge.

Die St. Agathen-Kirche

 

Die bereits 1229 durch den Sacerdos de Leueste - dem Priester in Leveste - bezeugte St. Agathen-Kirche ist das älteste Bauwerk Levestes. 
Schutzpatronin der Kirche ist die heilige Agathe, die 251 als Märtyrerin auf Sizilien starb. Sie wird verehrt als Patronin der Keuschheit, als Feuerheilige und als Schutzpatronin der Hirten und Sennerinnen. 
Die romanische Gliederung der einschiffigen Kirche blieb unverändert. Die im vergangenen Jahr erneut restaurierten Fresken entstanden im ersten Viertel des 15. Jahrhunderts und in der Spätgotik, Anfang des 16. Jahrhunderts.

Wie in vielen Kirchen wurden auch in Leveste die Fresken in den darauf folgenden Jahrhunderten überstrichen. Glücklicherweise wurden dabei keine schädlichen Anstriche verwendet. Als anläßlich einer Kirchenvisitation in den Zwanziger Jahren die Kirche neu geweißelt werden sollte, lösten sich Teile des vielschichtigen Kalkanstriches und gaben die Fresken frei. Alsbald wurde eine erste Restaurierung vorgenommen und in den Jahren 1961/62 erfolgte die endgültige Wiederherstellung. Eine Auffrischung erfolgte im vergangenen Jahr und wurde im Video festgehalten. 
Die Kanzel stand ursprünglich an der Südseite und wurde Ende des 18. eingezogen. 
Durch eine glückliche Fügung überstand die zu Beginn des 16. Jahrhunderts von J. Schrader gegossene und mit einem Durchmesser von 106 Zentimetern größte Glocke den Krieg unbeschadet auf einem Lagerplatz im Hamburger Hafen und konnte 1947 ihren Platz im Turm wieder einnehmen. 
Außerhalb der Kirchhofmauer neben dem Pfarrhaus ist die Luthereiche (Naturdenkmal) und das Lutherdenkmal zu finden. Die Pflanzung der Eiche und die Aufstellung des Denkmals erfolgten am 10. November 1883 zur Erinnerung an den 400. Geburtstag Martin Luthers.

aus: www.leveste.de

Die "Wehrkirche" zu Leveste.
um 1915 - Magnusdenkmal bei Leveste - Beschriftung Rückseite: An dieser Stelle des alten "Helweges" fand Herzog Magnus Torquatus von Braunschw., Wolfenbüttel am 25. Juli 1373 im Lüneburger Erbfolgekrieg seinen Tod.

Das Magnus-Denkmal

 

Vor Leveste, an der Straßengabelung nach Gehrden und Ditterke, steht ein Denkmal, das an den dort im Jahre 1373 am St. Jakobstag in blutiger Schlacht gefallenen Herzog Magnus Torquatus erinnert. (Der Herzog trug stets eine silberne Kette (torques) um den Hals.) Hier hatte Herzog Magnus mit seinem Schwager, dem Grafen Otto von Schaumburg, gerungen. Die Fehde war dadurch entstanden, daß Magnus den Schaumburgern die Kleinodien seiner Schwägerin rauben ließ, als diese von Lüneburg nach Schaumburg transportiert wurden Im Zweikampf hatte der Herzog den Grafen Otto bereits aus dem Sattel geworfen und wollte ihn gerade gefangennehmen, als er von Hans von Weyen, einem treuen Paladin Ottos, den Todesstoß erhielt. 

Es wird berichtet, daß Graf Otto nach seinem Siege die Leiche des Herzogs Magnus ins Schaumburgische bringen ließ, um ihn nicht im Tode meineidig werden zu lassen. Er hatte nämlich geschworen, er wolle noch in der gleichen Nacht im Lande seines Todfeindes schlafen. Später wurde der Leichnam nach Braunschweig überführt.

An der Todesstelle des Herzogs hatte man damals zum Gedenken einen einfachen Kreuzstein errichtet, der aber in den langen Jahren großen Schaden genommen hatte und darum im Jahre 1864 vom König Georg V. von Hannover, dem Nachkommen des Magnus Torquatus, in ein neues Denkmal eingefügt wurde. Auf diese Weise wurde der Stein vor dem gänzlichen Zerfall bewahrt und erinnert noch heute an jenes tragische Geschehen.

aus: www.leveste.de

Die Inschrift lautet:

 

Herzog Magnus Torqatus 

fiel hier im Kampfe mit

Otto Graf von Schaumburg

am xxv Iulius mccclxxiii

Koenig Georg V. 

liess dieses Denkmal

errichten mdccclxiv

1904 - Schloss

Das Knigge'sche Gut

 

Eine Zusammenfassung von Marlene Kühlechner, verbunden mit dem Dank an Ernst August Freiherr Knigge für die Informationen, aus: www.leveste.de

  

Im Westen Levestes liegt der Gutshof der Freiherren Knigge, deren Geschichte eng mit unserem Dorf verbunden ist.

Das Herrenhaus, erbaut von 1728 bis 1732, ist umgeben von altem Baumbestand. Die ursprüngliche Gräfte ist nur noch zum Teil erhalten. Der Entwurf des Tors zur einstmals geplanten Einfahrt durch eine Allee auf das Haus zu, wird dem königl. hannoverschen Baumeister Laves zugeschrieben. Da die dazugehörige Brücke über den Hausgraben aber nie gebaut wurde, erfolgt die Zufahrt heute noch über den Gutshof.

 Der Gutspark war ursprünglich eine barocke Anlage. Diese wurde wahrscheinlich schon im frühen 19. Jahrhundert verändert. Auch die nachfolgende Gartengestaltung konnte, wegen des hohen Pflegeaufwands, nach dem 2. Weltkrieg nicht erhalten bleiben und ist seitdem im Wandel zu einem pflegeleichteren Landschaftspark.

Die achteckige und einst mit einem schiefergedeckten Kuppeldach versehene Orangerie diente in früheren Zeiten der Überwinterung der in Kübeln im Sommer aufgestellten Orangenbäume und Palmen. Das Dach wurde im 2. Weltkrieg durch Bomben beschädigt, notdürftig repariert, vor kurzem aber wegen Baufälligkeit abgerissen. Das Mauerwerk ist anschließend restauriert worden. Auch ohne Kuppel ist das Gebäude nun wieder ein Schmuckstück des Gartens. Übrigens sollen, nach einer Überlieferung, die ersten Orangenbäume der Herrenhäuser Gärten aus dem Levester Park stammen.

Die heutige Hofanlage wurde zu Beginn des 20. Jahrhunderts errichtet. Zwei Drittel der Gebäude fielen 1965 einem großen Brand zum Opfer. Eine umfangreiche Milchvieh- und Schafhaltung mußte deshalb aufgegeben werden. Zur selben Zeit erfolgte die Umstellung auf reine Ackerwirtschaft. Der Wiederaufbau gelang im Verlauf eines Jahres innerhalb der alten Mauern.

Das Levester Ortswappen wurde 1960 mit dem Knigge’schen Wappen verbunden:  der Kesselhaken als Sinnbild bäuerlichen Lebens und der rote Löwe über zwei roten Balken auf silbernem Schild.

 

1912 - Schloss - (Diese Karte zum Weihnachtsfest ist sogar mit der Original-Unterschrift des Freihernn von Knigge versehen)
1919 - Im Schlossgarten
1924 - Schloß
Blick auf den Ort, die Gastwirtschaft Fr. Behnsen und die Kirche
1936 - Levester Ansichten: Gastwirtschaft Blume, Schule und die Kirche
1940 - Leveste Schloß

Dorfimpressionen aus Leveste

1922 - Dorfstraße
1939 Das Kriegerdenkmal, Schloss und "Dorfpartie"
Levester Kirche 1906
1940 - An der Kirche (Gastwirtschaft "Zum fröhlichen Dorfkrug", Inh. Fritz Fröhlich)
1940 - Geschäftshaus Hermann Völkening, Schloß, Kriegerdenkmal
1954
1955 - Kirche, Schloß, Ehrenmal
Werbeanzeige von 1955
um 1965
Leveste 1965
1970 - Kirche, Schloß, Ehrenmal, Sportplatz, Lebensmittel-Feinkost Walter Rohe

neue Ansichtskarten und Fotos

im März 2017 neu:

Franzburg 1911

Türmchen mit Bierwagen

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